Hardtwaldklinik I Bad Zwesten - Fachklinik für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik
Druckversion vom 19.04.2011
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Seite: Psychiatrie und Psychotherapie mit Psychosomatik und Traumatherapie


Psychiatrie und Psychotherapie

Rahmenbedingungen:

Die Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie umfasst 97 Behandlungsplätze verteilt auf zwei Stationen.

Es werden psychotherapeutische, psychotherapeutisch-psychiatrische, traumatherapeutische und psychosomatische Behandlungen durchgeführt.

Diese sind eingebettet in ein Behandlungssetting der medizinischen Rehabilitation.

Prägend für die Abteilung ist die dichte, teamverbundene Zusammenarbeit von Ärzten, Psychologen, Musik-, Gestaltungs- und Bewegungstherapeuten (Kreativtherapeuten), Ergotherapeuten und der Mitarbeiter im Pflegedienst.

Außerdem arbeiten Sozialarbeiter, Sport- und Physiotherapeuten, Diätassistenten und andere Berufsgruppen der Abteilung zu.

Gesundheits- und individuationsfördernd ist die Unterbringung aller Patienten in Einzelzimmern mit Nasszelle und Telefon. Internetanschluss kann in der Regel ermöglicht werden.

 

Grundsätze:

Grundlage von Rehabilitation und Behandlung ist ein ganzheitlicher Ansatz, in dem der Mensch in seiner leiblich-seelisch-geistigen Einheit, im Rahmen seiner sozialen Beziehungen und mit seinen weltanschaulichen Überzeugungen und Bedürfnissen gesehen wird.

Der therapeutische Erfolg wird durch das Zusammenwirken der verschiedenen Behandlungen bewirkt.

Der  Bezugspsychotherapeut ist die zentrale Beziehungsperson des Patienten. Er ermöglicht größtmögliche Konstanz und Kontinuität, gibt Sicherheit und Orientierung und erarbeitet mit dem Patienten die individuelle Behandlungsplanung.

 

Behandlungsindikationen:

Es werden Patienten mit unterschiedlichen Ausprägungsgraden psychischer Störungen in einem ausgewogenen Verhältnis aufgenommen.

Die Behandlungsindikationen im Einzelnen sind:

Die Klinik verfügt über gute diagnostische und konsiliarische Möglichkeiten. Körperliche Begleiterkrankungen können in der Regel erfolgreich mitbehandelt werden.

Nicht aufgenommen werden können Patienten mit Krankheitsbildern, die einer Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik bedürfen, z. B. bei einer akuten Selbst- oder Fremdgefährdung.

Patienten mit einer primären Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit können ebenfalls nicht aufgenommen werden.

 

Psychotherapeutisches Konzept:

Das psychotherapeutische Rahmenkonzept gründet sich auf tiefenpsychologische Erkenntnisse und orientiert sich an der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie, Krankheits- und Persönlichkeitslehre und vor allem an modernen psychoanalytischen Vorstellungen, die auf einem Konzept der Entwicklungsförderung des Selbst basieren.

Die Psychotherapie des einzelnen Patienten vollzieht sich in Zusammenwirken von Einzeltherapie, Gruppenpsychotherapie, Kreativ- und Ergotherapie sowie Milieutherapie.

Jeder Patient hat einen ärztlichen oder psychologischen Ansprechpartner, der als Bezugspsychotherapeut mit ihm den Behandlungsplan erarbeitet und dessen Realisierung koordiniert.

Dieser Bezugspsychotherapeut arbeitet zumeist in direkter Co-Therapie mit einem Kreativtherapeuten zusammen.

Es besteht die Möglichkeit zu einzelpsychotherapeutischer Behandlung mit Hilfe der Musik-, Gestaltungs- oder der Bewegungstherapie.

Mitarbeiter der Pflege sind erste Ansprechpartner für alle Alltagsfragen. Die Bezugsschwester / der Bezugspfleger leitet eigene sozio- und milieutherapeutische Aktivitäten an.

Es besteht die Möglichkeit, die Angehörigen der Patienten durch Partner- oder Familiengespräche in die Behandlung einzubeziehen.

Klinisch psychiatrische und psychopharmakologische Therapiemethoden sowie sozialpsychiatrische Vorgehensweisen sind indikationsspezifische Bestandteile des Behandlungskonzeptes.

Durch Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen sowie zu nachbehandelnden Therapeuten und Institutionen werden Hilfestellungen dafür gegeben, dass die während der stationären Behandlung begonnene Entwicklung im Anschluss kontinuierlich fortgesetzt werden kann.

In der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie konnten vielfältige psychotherapeutische Methoden auf der Basis langjähriger Erfahrungen integriert, weiterentwickelt und differenziert werden, so dass sie unter den spezifischen Gegebenheiten der stationären psychotherapeutischen Rehabilita­tionsbehandlung individuellen Problemen, Behandlungsindikationen und Störungsbildern gerecht werden können.

Die Befunde der uns zuweisenden Ärzte und Psychotherapeuten ermöglichen die Zuordnung zu den Therapiegruppen für Neurosen und psychosomatische Erkrankungen, zu den Therapiegruppen für Patienten mit entaktualisierten Psychosen und zum gruppenübergreifenden Traumatherapiemodul.

Ein besonderes Behandlungsangebot besteht im Rahmen der stationären Langzeitpsychotherapie für Patienten mit schweren Persönlichkeitsstörungen und/oder Posttraumatischen Belastungsstörungen.

Wird im Rahmen eines ambulanten Vorgespräches die Indikation für diese Therapiegruppe gestellt, werden von vorneherein längere Behandlungszeiten bis zu fünfzehn Wochen geplant.

In der therapeutischen Tradition der Abteilung sind Verfahren der humanistischen Psychologie – Psychodrama und Gestalttherapie – verwurzelt.

Die traumatherapeutischen Vorgehensweisen orientieren sich an der Psychodynamisch Imaginativen Traumatherapie. In der Traumatherapie werden die individuellen Fähigkeiten gefördert, mit Nachhallerinnerungen besser umgehen  und auch Notfalllsituationen bewältigen zu können.

Die vertiefende Bearbeitung von Traumatisierungen ist in Abhängigkeit von der Indikation im Rahmen der Einzelpsychotherapie mit Hilfe der Screentechnik, des TRIMB® (Trauma Recapitulation with Imagination Motion and Breath) oder des EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprozessing) möglich.

Indikationsspezifisch werden Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie in das psychotherapeutische Setting integriert.

In jüngerer Zeit erfolgt insbesondere die Integration differenzierter psycho-edukativer Vorgehensweisen, um Erkenntnisprozesse des Einzelnen für bestimmte Fragestellungen- und Problemkreise anstoßen zu können.

Solche psydoeduktativen, problem- und störungsorientierten Seminare werden vor allem bei Depression und Angst angeboten.

Nachhaltig wirksame Psychoedukation braucht lebendige positive Erfahrungen, die dazu motivieren, die persönliche Grundhaltung zu verändern.

Depressionsseminare bieten die Grundlage für gemeinsamen Erfahrungsaustausch und dafür, gewohnte negative Grundeinstellungen zu sich selbst in Frage stellen zu können  und so alternative positive Gedanken entwickeln und zulassen zu können.

Beispielsweise im Vollwertkochkurs können Patienten zusätzlich Freude und Genuss beim gemeinsamen Kochen in einer konstanten kleinen Gruppe erleben.

 

Psychotherapeutische Behandlungsangebote:

Traumamodul:

mit Stabilisierungsgruppe und Ressourcen- und Skillgruppe.

Entspannung und Meditation:

 

Bewegung und Psychotherapie:

 

Rehabilitatives Konzept:

Die Bewältigung auch tiefergehender Störungen wird durch die Förderung von Ressourcen, von persönlichen Fähigkeiten und von gesunden Persönlichkeitsanteilen erleichtert.

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) findet Eingang in alle diagnostischen und therapeutisch rehabilitativen Überlegungen.

Strategien der Prävention und der Gesundheitsaufklärung werden gezielt erarbeitet und vermittelt.

Die Mitarbeiter orientieren sich an den Leitlinien und Therapiestandards der Renten- und Krankenversicherungen sowie der ärztlichen Fachverbände und gewährleisten eine hohe Qualität.

Sie greifen die Veränderungswünsche, die psychotherapeutischen, körperlichen und sozial-beruflichen Rehabilitationsziele der Patienten auf, vermitteln Umsetzungsmöglichkeiten und ermöglichen so einen Erfolg.

In Rehabilitationskonferenzen und in Einzelgesprächen wird auf jeden Patienten individuell eingegangen. Einschätzungen und sozialmedizinische Beurteilungen werden mit dem Patienten gemeinsam reflektiert und werden stets klar und transparent vermittelt. Weiterführende Anträge erfolgen nach Möglichkeit unmittelbar.

Das rehabilitative Setting der Abteilung integriert von Beginn an Methoden der medizinisch beruflich orientierten Rehabilitation in die Behandlung. Schwerpunkt sind hier die Projekte der Ergotherapie:

 

In der Rehabilitation werden Vorschläge für weiterführende Integrationsmaßnahmen, Rehabilitationsmaßnahmen für Psychisch Kranke (RPK), Belastungserprobungen, Berufsfindungs-maßnahmen oder Umschulungen erarbeitet und im Entlassungsbericht gemeinsam mit der Sozialmedizinischen Beurteilung dokumentiert.

Der Kontakt zu Rehabilitationsberatern vor Ort wird vorbereitet.

 

Dr. med. Niklas Schmitt

Chefarzt

 



 



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